Konzert „Vom Dunkel ins Licht – Englische Vokalmusik aus verschiedenen Epochen“

AL_Konzert_FlyerDie Wurzeln der englischen Kirchenmusik sind in den mittelalterlichen Klöstern zu suchen. Nach der Reformation wurden in England die Klöster aufgehoben und Kathedralchöre gegründet. Daraus hat sich eine einzigartige kirchenmusikalische Tradition entwickelt.

Der erste Teil des Konzerts folgt dem Weg vom Dunkel ins Licht, bewegt sich gleichsam vom Karfreitag zur Osterfreude. Mehrere der gesungenen Werke wurden für Begräbnisse komponiert, so beispielsweise „Thou knowest, Lord“ von Henry Purcell für das Begräbnis von Queen Mary II im Jahr 1695 in der Westminster Abbey. Ganz im Sinn eines Osternachtglorias endet dieser Programmteil in Adrian Battens „O praise the Lord“.

Im zweiten Teil hebt Maria zum Lobgesang an, dem Magnificat. Der Text stammt aus dem Lukasevangelium. Das Magnificat gehört zu den Grundtexten des Christentums. Im Stundengebet ist es in der Ostkirche Bestandteil des Morgengebetes. In der Westkirche dagegen ist es der Höhepunkt der abendlichen Vesper.

Das musikalische Zentrum des Konzerts bildet die doppelchörige Messe in g von Ralph Vaughan Williams. In diesem Werk stehen sinnlich-kontemplative Harmonien einer schlanken, beweglichen Polyphonie gegenüber.

Der letzte Konzertteil gehört ganz der Hoffnung und der Zuversicht. In England existiert die Tradition sogenannter „Evensongs“. Dabei werden keine abendfüllenden Werke sondern kleine Gebetsvertonungen gesungen. Das Wort „Evensong“ besagt, dass diese Andacht in die Abenddämmerung gehört. Wenn die ersten drei Sterne am Himmel sichtbar werden, beginnt mit der Nacht eine neue Zeit. An dieser Schwelle kommen Christen zusammen, um den alten Tag zu verabschieden, um ihren Frieden zu machen mit dem, was gewesen ist, und um sich innerlich zu reinigen für das, was kommt. „Even“ steht somit für den Abend und zugleich für  das Bild der Ebene, für das Ausgleichende, das die Dinge ins Gleichgewicht bringt.

In diesem Sinne laden wir Sie ein, das Konzert als „Evensong“ zu nutzen, sich zu lösen vom Gewesenen (Dunkel) und sich zu besinnen auf das Geschenk eines neuen Tages (Licht).

Aufführende

Vokalensembles Ad Libitum, Zug und Canturia, Chur

Sprecherin Heidrun Schneider

Leitung Cristina Marugg

Konzertdaten

20. Juni 2015 / 20:00 Uhr, Kirche St. Oswald, Zug
21. Juni 2015 / 17:00 Uhr, Kirche St. Luzi, Chur

Eintritt frei, Kollekte

Programm

Vom Dunkel ins Licht / von Karfreitag zu Ostern

God so Loved the World (John Stainer, 1840 – 1901)
Ave verum (William Byrd, 1542/3 – 1623)
Thou knowest, Lord (Henry Purcell, 1659 – 1695)
Alleluja (John Tavener, *1944)
O praise the Lord (Adrian Batten, 1591 – 1637)

Magnificat / Maria

A Hymn to the Virgin (Benjamin Britten, 1913 – 1976)
Magnificat (Richard Farrant, 1525 – 1580)

Mass / Messe

Mass in g-minor (R. Vaughan Williams, 1872 – 1958)
Kyrie
Gloria
Sanctus / Hosanna 1
Benedictus / Hosanna 2

Evensongs / Abendlieder

Open thou mine eyes (John Rutter, *1945)
Lead, Kindly Light (John Henry Newmann, 1801 – 1890)
Round me falls the night (Adam Drese, 1620 – 1701 / Satz: S.S. Wesley 1810 – 1876)
Lord, Speak to me (F. R. Havergal, 1836 – 1879 / Satz: S.S. Wesley 1810 – 1876)
Abide with me (William H. Monk, 1823 – 1889)

Segen

The day thou gavest, Lord, is ended (Clement C. Scholefield, 1839 – 1904)

Schluss / Amen

God be in my head (John Rutter, *1945)
God be in my head (H. Walfords Davies, 1869 – 1941)
Amen (John Rutter, *1945)

Zwischen den Chorstücken werden Texte gelesen von: Rilke, Tagore, Rumi, Novalis, Hafiz, Tschingis Aitmatow und Rose Ausländer.

Konzertprogramm:

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